|
 |
|
|
|
|
|
|
|
.
Sie suchen individuellen Reitunterricht mit klassisch-barocken Schwerpunkten auf hohem Niveau?
Sie möchten Ihr Pferd vertrauensvoll ausbilden oder korrigieren lassen?
Sie suchen Schaubilder (klassisch-barock, iberisch etc. etc. ...) für Ihre Veranstaltung?
Dann freue ich mich, Sie kennenzulernen!
**************************************************************
**************************************************************
|
*******************************************************************************
Zeitschrift "HOFREITSCHULE" 1-2010
Die Reitkarriere der Corinna Scholz:
"Von der Busch-Prinzessin zur Klassik-Queen"
Wer Corinna Scholz heute im Sattel sieht, könnte glauben, daß die elegant zu Pferde sitzende Reiterin im Sattel geboren sei. Stimmt auch fast. Von Kindesbeinen an war die Norddeutsche von Pferden fasziniert, ritt erfolgreich Springen, Dressur und Vielseitigkeit. Ihren ganz besonderen Draht zu den Pferden fand sie aber erst durch die klassische Reitkunst.
Wie wird man eigentlich Barockreiter? - Über ganz viele Umwege, könnte die Antwort bei Corinna Scholz lauten, die heute zu den bekanntesten Reiterinnen der Szene gehört. "Pferdeverrückt" war sie eigentlich schon immer. Und erfolgreich im Sattel obendrein. Doch die Wende in ihrem "Pferdeleben" brachte eine Vorstellung der Spanischen Hofreitschule in Deutschland. Als ausgebildete Pferdewirtin Schwerpunkt Reiten hatte Corinna in verschiedenen Ställen gearbeitet und war enttäuscht von einer Reitweise, die vielfach nur aus Ziehen und Stechen bestand. Und die wenig Verständnis für die Pferde bot. Doch dann sah sie die Reiter der Spanischen Hofreitschule und erkannt: es geht auch anders. Pferde, die durch beinahe unsichtbare Hilfen gesteuert durch die Bahn tanzten. Elegante Reiter, die fast reglos im Sattel saßen und pure Harmonie mit ihren Pferden zelebrierten. "Ich war total fasziniert und wußte sofort: das will ich auch" erinnert sich die Reiterin an dieses einschneidende Erlebnis. Schon bald danach verlor der Sport seinen Reiz für die junge Frau aus Henstedt-Ulzburg. 20 Jahre lang hatte sie Dressur, Springen und Vielseitigkeit bis Klasse M geritten, war Kreismeisterin in der Vielseitigkeit. Doch plötzlich waren ihr die Siege im Turniersport völlig egal geworden. Corinna Scholz wollte etwas anderes...
Erfolg mit dem Papp de deux
Ein "Papp-Pferd" brachte sie in die Szene der klassisch-barocken Reiterei. 1998 führte Corinna, die inzwischen als Bankkauffrau arbeitete, zusammen mit Johannes Beck-Broichsitter das erste "Papp de deux" in Reken auf - Broichsitter auf einem Lipizzaner und Corinna Scholz mit einem selbst gebastelten Pferd aus Pappe. Die Aufführung war der Hit, und Corinna nutzte die Gelegenheit, andere Reiter-Pferde-Paare auf der Veranstaltung zu beobachten. Noch heute erinnert sie sich mit einer leichten Gänsehaut an diesen Tag: "Es war eine Offenbarung für mich, Philippe Karl und Richard Hinrichs mit ihren Pferden arbeiten zu sehen. Seit diesem Tag liegt meine Motivation darin, Pferde zu größtmöglicher freudiger Mitarbeit und zum bestmöglichen Einsatz ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu bringen und Reiter zu feinem Gefühl, effektivem Sitz mit leichter Hilfengebung und einem verständnisvollen Umgang mit ihrem Pferd."
So wenig wie die ungestüme Buschreiterin Corinna zunächst in das Schema der elegant kostümierten Barockreiter passen wollte, so wenig schien auch ihr Pferd Fàscino in diese "Schublade" zu gehören. Zugegeben: Der Name könnte auf einen feurigen Andalusier hindeuten. Übersetzt heißt Fàscino "der Reiz, der Zauber". Genannt wurde der große Braune in den ersten Jahren einfach nur Fiete.
Die Herausforderung: Fiete
Fiete ist ein Hannoveraner, das Springpferd schlechthin, ein Sohn des berühmten For Pleasure, der unter Lars Nieberg und Marcus Ehning Weltruhm erlangte. Seine Ausbildung einfach nur als schwierig zu bezeichnen, wäre untertrieben. Die erste Zeit mußte Corinna Scholz seine Trense auseinandernehmen und um den Kopf herum schnallen, da Fiete es nicht ertrug, wenn ihm etwas über die Ohren gezogen wurde. Der Wallach ließ sich weder am Kopf noch am Bauch oder an den Hinterbeinen anfassen, er ließ sich schlecht führen und hatte Platzangst. Oft raste er aus dem Nichts heraus panisch davon, stieg ohne Vorwarnung und überschlug sich. Als er vier Jahre alt war, bekam ein Tierarzt einen seiner Anfälle mit und diagnostizierte Epilepsie.
Die Ausbildung Fietes war ein Abenteuer, Unterricht unmöglich, da das Pferd nicht mehr mitspielte, sobald sich seine Reiterin nicht mehr huntertprozentig auf ihn, sondern auf Anweisungen vom Reitlehrer konzentrierte. Von Anfang an verzichtete Corinna darauf, von ihrem Pferd zu verlangen, daß es "am Zügel gehen" solle. Erst ein knappes Jahr, nachdem sie zum ersten Mal auf seinem Rücken gesessen hatte, suchte der Hannoveraner von selbst die Verbindung zur Reiterhand. Doch er blieb weiter schwierig, guckig, nervös. Statt es in Watte zu packen, schleppte Corinna ihr Pferd überall mit hin: auf jedes Turnier, zu jeder Veranstaltung, zum Training in fremdes Gelände - und wenn es vor etwas Angst hatte, durfte es sich zwei Stunden lang die "gefährlichen Dinge" ansehen. Oft genug bestand ihr Fitneßprogramm darin, vor Fiete über die Sprünge und Gräben zu hüpfen. Dann sprang er nämlich anstandslos hinterher. Die vielen Mühen wurden belohnt, Fiete gewann seine ersten A-Dressuren, dann A-Springen, trug seine Besitzerin, Ausbilderin und Züchterin zum "Reitabzeichen Kl. I Silber mit Lorbeer". Nachdem er ihr auch noch den Kreismeistertitel in der Vielseitigkeit beschert hatte, begann das zweite Leben von Fàscino alias Fiete. Der große braune Hannoveraner mit lupenreiner Springabstammung lernte sämtliche Lektionen der Klasse S, dazu Serienwechsel, Pesade, Terre à terre, Kompliment, Spanischen Schritt und Lektionen der Doma Vaquera. Oft genug übertrumpfte der Warmblüter in Kürprüfungen die anderen Barockpferde. 2007 verabschiedete sich das Allround-Genie aus dem Rampenlicht - nach 82 Turnieren mit 48 Platzierungen und 17 Siegen sowie 126 Show-Auftritten.
Lernen in den Hofreitschulen
Auf Pferdeshows in ganz Deutschland ist Corinna Scholz auch heute noch zu sehen. Während Fiete zu Hause im Reitstall Wüstenkate in Kaltenkirchen die Ruhe genießt und als Lehrpferd seinen Hafer verdient, ist seine Besitzerin mit ihrem Lusitano Negócio und ihrem Friesen/Andalusier/Lusitano-Mix Esperanzador unterwegs. Schließlich hat sie inzwischen selbst schon Kür- und Breitensportturniere organisiert, Showauftritte und sogar ein ganzes Pferde-Musical entworfen. Zu ihrem heutigen, oft bewunderten Reitstil hat Corinna Scholz vor allem durch das Beobachten von guten Reitern gefunden.
"Ich war in den Hofreitschulen von Wien, Jerez und Bückeburg. Was ich schön finde, gucke ich mir ab und versuche es selbst umzusetzen. Vor allem im Reitstil von Richard Hinrichs finde ich mich wieder" sagt die 43jährige, die mit ihrem Reitunterricht bei immer mehr Reitern die Faszination für das Reiten mit Leichtigkeit weckt.
Etliche Ihrer Mitstreiter schlossen sich im 2004 gegündeten Verein "Team Légèreté e.V." (siehe Seite 49) zusammen, dessen Vorsitzende Corinna Scholz ist. Für 2010 hat die vielseitige Barockreiterin schon wieder jede Menge Pläne.
Lehrgänge und Showauftritte sollen möglichst viele Pferdefreunde für die klassische Reitkunst und die wahre Freude am Pferd begeistern.
Susanne Müller
********************************************************************************
Stormarner Anzeiger Sommer 2009
Die Leichtigkeit des Reitens
Mehr als nur Dressur: Corinna Scholz hat sich dem Barockreiten verschrieben
Kaltenkirchen / crs - Die Spanische Hofreitschule in Wien ist weltbekannt. Weiße Lipizzaner, die elegante Figuren und Sprünge vollführen. Das ist Barockreiten. Wobei der Begriff so nicht stimmt. "Das Barockreiten gibt es nicht" erklärt Corinna Scholz. Vielmehr müsse es "klassisch-barocke Reiterei" heißen. Sie reitet seit rund 30 Jahren und vor einigen Jahren packte sie die Leidenschaft für diese Art des Pferdesports.
Wie bei der klassischen Dressur gibt es auch Figuren und Lektionen, Piaffe, Passage und Traversalen. Beim Barockreiten aber werde mehr Rücksicht auf die Individualität des Pferdes genommen, so Scholz.
Entstanden ist das Barockreiten im 18. Jahrhundert, als aus dem Gebrauchsreiten ein Vergnügen für Adelige wurde. "Eine 'Reitkunst'", fügt Scholz hinzu. Und da Pferde zu Luxusgeschöpfen wurden, zielte die Ausbildung darauf, daß das Pferd lange gesund blieb. Das ist auch heute noch so. Erst mit etwa 12 Jahren beherrscht ein Barockpferd alle geforderten Lektionen. Zuerst lernt es alle Figuren an der Longe, wird also vom Boden aus trainiert. Der Reiter kommt erst später hinzu. Im Idealfall versteht das Pferd die Wünsche des Reiters anhand der geringsten Gewichtsverlagerung.
Aber was genau ist das Besondere am Barockreiten? "Die Leichtigkeit! Mit einem guten Pferd hat man das Gefühl, zu tanzen. Man ist nur noch mental miteinander verbunden" schwärmt Corinna Scholz.
********************************************************************************
|
|
|